meerforelle
- uhu-fishing
- 1. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Jan.
Die Meerforelle zählt für mich neben dem Lachs zur anspruchsvollsten Fischart, der man an unserer Küste nachstellen kann. Nicht umsonst heißt er auch der Fisch der 1000 Würfe. Mit der richtigen Vorbereitung und Ausrüstung sind aber durchaus deutlich weniger Würfe notwendig, um die eine oder andere „Mefo“ zu erbeuten.
Die Fischerei ist, bis auf die Schonzeit vom 15. September bis 14.Dezember eines jeden Jahres, ganzjährig möglich. Dabei verändern sich allerdings mit dem Laufe der Jahreszeiten und der damit verbundenen Wassertemperaturen auch die Chancen auf eine „Mefo“. Während man in den Wintermonaten sowie im Frühjahr den ganzen Tag über mit Fisch rechnen kann, sollte man im Sommer die Angelei mehr in Richtung Sonnenaufgang oder Dämmerung verschieben.
Gerade auch in der Nacht stehen die Chancen auf Fisch sehr gut.

In MV hat die Meerforelle ein Mindestmaß von 45cm und man darf 3 Fische pro Angeltag entnehmen (Stand 2025/2026). Ich persönlich habe mir ein sogenanntes "Küchenfenster" gesetzt von 50cm bis 70cm und nehme max.1 Fisch pro Tag mit. Damit möchte ich ein deutliches Zeichen zur Erhaltung der Art setzen und die Bestände langfristig schützen und stabilisieren.
Es gibt zusätzlich noch einige Merkmale der Meerforellen, die Euch überzeugen sollten, solche Exemplare schonend zurückzusetzen. Dazu ist Wissen über die verschiedenen Stadien in der Entwicklung notwendig. Hier die wichtigsten:
Nach der Ei Ablage im Süßwasser (Oberlauf von Flüssen und Bächen) entwickelt sich die Dottersacklarve. Aus dieser entwickelt der Brütling/Larve zur Parr (Jungforelle im Süßwasser) dann zum Smolt (Übergang vom Süßwasser zum Salzwasser). Erst dann wird die Meerforelle anglerisch relevant:
Grönländer:
...junge, noch nicht laichreife Meerforelle, die schon ca. eine Länge von bis zu 50cm erreichen kann, aber noch nicht aufsteigt
Merkmale: zwischen 20cm und 50cm, silberblank, lose Schuppen, bleiben im Meer und steigen noch nicht auf
Aufsteiger:
...sind die Fische, die eine deutliche Färbung aufweisen (braun, rötlich, schwarz), die Schuppen sitzen fester am Körper, der Laichhaken am Unterkiefer des Milchners ist deutlich ausgeprägt, diese Fische sind auf Weg zum Laichen.
Absteiger:
...sind geschwächte Fische, die nach dem Laichen ins Meer zurückkehren. Sie sind oft an blassen Farben, weniger silbern und dünner Körperform zu erkennen. Sie sind aufgrund Ihres Hungers leichter zu fangen, haben aber eine schlechte Kondition und benötigen Zeit zur Regeneration.
Die "Übersteiger" hingegen sind silber-blanke Fische, die nicht zum Laichen aufsteigen, sondern meistens im Meer verbleiben. Sie sind sehr gut genährt, kräftig und haben oft schon Größen von über 60cm erreicht. Sie sind kampfstark und daher bei uns Anglern sehr beliebt.

Die beliebtesten Spots auf unserer Insel sind die Strecken zwischen Mukran und Sassnitz, zwischen Glowe und Lohme, zwischen Juliusruh und Vitt sowie zwischen Dranske und Kap Arkona. Im Südosten der Insel müsst Ihr sowohl auf der Küstenseite wie auch im Bereich des Bodden zwingend die Naturschutzgebiete im Biosphärenreservat Südost-Rügen beachten. Hier ist Angeln nur mit Sondererlaubnis möglich, teilweise sogar gänzlich untersagt. Alle Info's dazu findet Ihr hier: "Biosphärenreservat Südost Rügen"
Zur Ausrüstung eines Meefrorellenanglers gehören:
eine Wathose (Neopren oder amtmungsaktiv) mit Filzsohle und Watgürtel
ein gummierter Watkescher, evtl. Watstock
die passende Rute (2,70m bis 3,10m mit ca. 10g - 30g Wurfgewicht mit semi-parabolischer Aktion (sensible Spitze, stabiles Rückgrat)
3000er bis 4000er Salzwasser taugliche Rolle
Hauptschnur (z.B. geflochtene Schnur mit ca. 6-8kg Tragkraft)
Vorfach (z.B. Fluorcarbon mit ca. 0,28mm bis 0,40mm mit ca. 80cm bis 100m Länge)
verschiedene Köder (Blinker, Wobbler, kleine Gummifische, Fliegen)
die standardmäßigen Utensilien wie Maßband, Messer, Schlagholz, Hakenlöser und Mülltüte sollten selbstverständlich auch nicht fehlen.

Spinnfischen: Ich bevorzuge beim Mefo angeln die Spinnrute.
Mit der Spinnrute fische ich als Köder am liebsten leichte Mefo Blinker zwischen
14g und 25g mit Einzelhaken. Der Einzelhaken hat etliche Vorteile gegenüber dem Drilling. Die Hängergefahr wird deutlich reduziert und die Fische können beim C&R oder unter dem Mindestmaß schonender zurückgesetzt werden und sind dadurch weniger verletzungsanfällig. Bei kräftigerem Seegang sollte man auf etwas schwerere Blinker setzen um auf Distanz zu kommen und zu vermeiden, dass einem der Köder mit der nächsten Welle gleich wieder an Land gespült wird.
Zur Auswahl der Köder sollte man sich bei einem Fachhändler vor Ort beraten lassen. Ich kann Euch aber auch gern Auskunft über meine Köderauswahl geben.

Je nach dem saisonalen natürlichen Futterangebot kann es durchaus
Sinn machen, auch kleinere Köder wie Fliegen anzubieten. Diese imitieren Garnelen, Tangläufer, Sandaale oder kleine Futterfische.
Dazu empfiehlt sich der Einsatz einer Bombarde (auch Sbirolino genannt), um die Köder auf die nötige Distanz zu bringen. Dabei wird die Bombarde auf die Hauptschnur gezogen und mit einer kleinen Gummiperle vor dem Vorfach abgestoppt. Das Vorfach ist dann deulich länger (ca. 2-2,50m) als beim Angeln mit dem Blinker um die Scheuchwirkung durch die Bombarde möglichst gering zu halten. Die Fliege wird dann mit dem Rapala-Knoten angebunden, damit sie sich frei im Wasser bewegen kann.
Bauanleitungen für Montagen mit Bombarde findet Ihr reichlich auch auf youtube.

Fliegenfischen: Details folgen demnächst....
Ich werde diese Artikel regelmäßig um weiteres Wissen ergänzen und aktualisieren. Habt Ihr spezielle Fragen zum Meerforellen Angeln, schreibt mir gern.
Petri Heil!




